Lieber Papa.

•27. September 2010 • Schreibe einen Kommentar

Dieses Wochenende war ich schon wieder nicht bei dir. Warum machst du das? Warum nimmst du dir nie Zeit für mich? Und wenn ich mal bei dir bin, sitze ich in meinem Zimmer und weiß nicht, was ich machen soll.

Ich würde dir gerne mal zeigen, dass du nicht perfekt bist und dass das alles hängengeblieben ist. Aber ich kann nicht. Ich werde wahrscheinlich immer so weiter machen.

Seelenschmerz.

•25. September 2010 • Schreibe einen Kommentar

Es gibt ein paar Probleme. In meiner Familie. Jetzt nicht, dass es Gewalt gibt. Aber ich finde, das ist genauso schlimm. Das habe ich ja schon mal geschrieben. Dass mein Papa und seine Freundin sich eigentlich nicht mehr lieben. Dass es nicht danach aussieht. Nicht wirklich.
Dass sie sich eigentlich nur noch angiften. Bei Mama und meinem Stiefvater ist es genauso. Sie lieben sich, das weiß ich, aber ich glaube, er ist irgendwie depressiv oder so. Jedenfalls habe ich das Gefühl. Bei allem, was Mama macht, reagiert er genervt. Vielleicht ist es auch die Midlife-Crisis, aber ich glaube das nicht.
Wenn ich bei Papa war, habe ich mich immer damit beruhigt, dass ich wusste, dass ich noch eine richtige Familie ohne Stress habe.

Außerdem glaube ich, dass meine ‘Stiefmutter’ mich nicht mehr haben will. Ich bin so selten bei Papa. Ich wollte eigentlich gestern hin, aber sie fahren jetzt weg an die See. Sie ist zwar (einigermaßen) nett zu mir, aber trotzdem. Das ist schon eine Zeit so.
In den Sommerferien: Papa, ich will zu dir kommen. Er sagt zu ihr: ****** will kommen. Sie total schockiert, und obwohl er und sie wussten, dass ich komme, hatten sie noch nicht mal ein Zelt mit. Für mich. Seine Tochter.

Ich habe Angst, dass ich sterben könnte. An Krebs. Wisst ihr, wie viele Leute in meiner Familie an Krebs gestorben sind? Viele. Ich könnte das genauso. Springt das nicht immer über 2 Generationen? Ich mein, meine Eltern leben ja noch.
Was würde ich tun, wenn ich Krebs kriegte?

Ich habe Angst.
-> Dog Days are over

Wie einfach

•21. September 2010 • Schreibe einen Kommentar

Wie ihr (falls es überhaupt Leser gibt, selbst wenn nicht, egal, es hilft mir.) vielleicht schon gemerkt habt, beschäftige ich mich gerade mit meinem Leben vor dem Umzug. Ich habe mich so in die Erinnerungen gestürzt, ohne je darüber nachzudenken, wie ich mit den Leuten in Kontakt treten kann.

Ich habe meinen damaligen besten Freund schonmal einfach bei Schülervz eingegeben, aber nie gefunden. Danach dachte ich immer: Ach, egal, ich finde ihn eh nicht. Echt bescheuert, denn ratet mal, was ich gefunden habe. IHN!
Ich dachte, okay. Schock, ich habe ihn sofort erkannt. Er sieht noch so aus wie früher. Tut so auf Gangster, aber sein Gesicht hat sich nicht verändert. Ich habe meine Freundin von früher auch gesucht, aber anscheinend gönnt mir das Schicksal nur einen guten Moment an einem Tag. Ich würde gerne noch jemanden suchen, aber von dem weiß ich noch nicht mal, wie er mit Nachnamen heißt oder wo er wohnt.

Jedenfalls habe ich meine Seite und mein Album auf Vordermann gebracht. Wenn er meine Freundschaftseinladung annimmt, will ich gut sein. Ich habe mich nicht anders dargestellt, aber ich habe mehr geschrieben, dass er weiß, welche Art von Mensch ich bin. Mal sehen, vielleicht schreiben wir ja.

Vielleicht wird’s aber auch nichts.

Link: My Road
Close your Eyes

Liebe.

•20. September 2010 • Schreibe einen Kommentar

Heute habe ich meiner Flötenlehrerin von meiner ‚Situation‘ erzählt. Bei ihr war es genau das gleiche, und am Ende hat sie ihn geheiratet. Ich mache mir aber trotzdem keine Hoffnungen. (Vielleicht ein bisschen, aber ich komme mir dabei ziemlich dumm vor.) Ich bin sozusagen hoffnungslos.

Ich habe so Angst, dass niemand sonst ihn erreichen kann. Dass ich nie jemanden lieben kann außer ihn. Ich bin zwar noch jung, aber trotzdem.

Meine Flötenlehrerin hat mich aufgebaut. Ich habe ihr erzählt, dass ich genervt davon bin, dass alle über meine nicht vorhandenen Modelmaße herziehen. Und da sagte sie, dass es gar nicht zu mir passen würde, wenn ich spindeldürr sei. Dass ich schon vor 4 Jahren außergewöhnlich war und ich aufgefallen bin. Dass ich mich irgendwann nicht vor Jungs retten kann. Dass sie noch zu jung sind und sich nicht trauen. Weil ich so eine Ruhe ausstrahle und ich ‚entzückend‘ bin.
Sie wäre die perfekte Psychologin, echt.

Es ist mir ehrlich egal, was andere über mich denken, aber es nervt einfach. Ich mein, das ist doch voll kindisch, jemanden deswegen zu ärgern, nur weil sie dünner sind. Ich fühle mich so wohl, wie ich bin. Ich habe meine Freundinnen, auf die ich mich verlassen kann. Ich habe eine Familie.

Lieber Papa.

•19. September 2010 • Schreibe einen Kommentar

Merkst du nicht, dass du mir wehtust? Dass du es nur noch schlimmer machst, wenn du dich nicht von ihr trennst? Ihr schlaft noch nicht mal mehr in einem Zimmer. Ihr liebt euch doch längst nicht mehr, oder? Ich habe das lange nicht mehr gesehen.

Ihr streitet nur noch. Du sagst zwar, das ist nur Spaß, aber das ist es nicht. Nein, das ist es nicht mehr. Bleibst du wirklich nur noch wegen den Kleinen bei ihr? Bei mir war es dir doch auch egal.

Du bist doch auch nicht glücklich, oder? Du scheinst nicht so. Ich brauche meinen Vater. Die anderen sind nicht die einzigen, die dich brauchen. Ich brauche mehr Zeit mit dir, nicht bloß die Rückfahrt eines sinnlosen Wochenendes. Ich bin so selten allein mit dir, ich habe Angst, irgendwas vor dir falsch zu machen, weil ich deine Grenzen nicht kenne.

Ich hab dich lieb.

Alter Brief an eine Freundin.

•19. September 2010 • Schreibe einen Kommentar

Liebste —–.

Ich sitze gerade hier, trinke Cola die nicht schmeckt und denke über mein Leben nach, wie ein alter, besoffener Alkoholsüchtiger.

Ich denke häufig über den Tod nach. Darüber, wie es ist, in der anderen Welt. Sieht man Menschen, die man vermisst ? Wird man Menschen treffen, und glücklich sein ?
Es ist so verdammt bizarr.
Wie du weißt, wollte ich mich umbringen.
Und genau das will ich wieder. Ich kann nicht mehr. Meine Seele ist nicht mehr das, was sie mal war. Wahrscheinlich ist sie schon gar nichts mehr.
Ich fühle mich so verdammt leer, wenn ich an ihn denke, an meine Vergangenheit, an dieses verdammte alte Jahr, in dem so viel passiert ist.

Wenn ich könnte, ich würde sofort Tabletten schlucken. Aber es gibt etwas, das mich hier hält. Etwas, was mich vom Tod abbringt.
Und das ist nicht irgendetwas – das bist DU. Und London.

Es ist so verdammt schön zu wissen, dass es immer einen Zufluchtsort gibt.
Ich will wieder glücklich sein. Na gut, nicht schon wieder – Ich war noch nie richtig glücklich.
Damals, da wurde ich als Schlampe bezeichnet, weil ich angeblich jede Woche in einen Anderen ‚verliebt‘ war. Das hat mir zugesetzt.
Jetzt wird ständig auf mir rumgehackt, ich habe kein Privatleben, weil ständig alles über mich verraten wird.
Ich würde mich am liebsten verkriechen, und nie wieder dahin gehen, dahin, wo ich am meisten Verachtung empfinde – die Schule. Aber das lässt sich nunmal nicht ändern.
Ich habe das letzte halbe Jahr versucht, nicht jedem alles zu erzählen. Das habe ich auch nicht – aber ich habe den Falschen vertraut.
Das ist genau wie damals, am 16. Mai, wo all das angefangen hat, wo dieser eine verdammte Brief laut vorgelesen wurde – und alle wussten, dass ich es genoss, wenn —– litt, und noch so einiges.
Dann wussten alle, dass ich —- liebte – und jetzt DAS.

Ich weiß, ich kann dafür sorgen, dass ich glücklich werde. Aber ich habe das Gefühl, da ist etwas in meinem Kopf – ich kann es nicht ! Mich lässt der Gedanke nicht los, der Tablettencocktail, eine Pistole, ein mit Blut beflecktes Messer, Bahnschienen.
Dieses Gefühl der Depression, das ist so verdammt unbeschreiblich.
Ich bin fast glücklich, und dann kommt wieder ohne Grund diese tiefe Traurigkeit, mein Herz zerreißt.
Ich versuche, es zu verdrängen.

Mein Gott, —–. Wie hältst du es bloß mit mir aus ? Ich fühle mich wie ein entrückter Mensch, jemand, der nicht richtig im Kopf sein kann.

Und dann ist da noch diese Liebe zu London – meiner Stadt ! Ich habe damals mein Herz dort gelassen – ich liebe diese Stadt abgöttisch.
Ich würde wahrscheinlich alles dafür geben, um dort mein Leben zu verbringen.
Wie schon erzählt, träumte auch ich nächtelang von London, lebte dort, lernte dort, war glücklich – aber ich war auch nicht allein.
In meinen Träumen, bist du bei mir – und ich war glücklich.

Und jetzt fühle ich mich wieder so verdammt ekelhaft – ich werde mich jetzt ins Bett legen, oder vielleicht vorher noch ein bisschen malen.

In Liebe und Vertrauen,
Deine ——, 4. 1. ’10.
xxx.

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Habe mal wieder meinen Computer aufgeräumt und fand diesen Brief, den ich aus Verzweiflung geschrieben habe. Da sehe ich mal wieder, wie sehr schlecht es mir am Anfang des Jahres ging. Ein Tiefpunkt. Mein zweiter.
Und ich steuere auf den Dritten zu, glaube ich.

Nostalgie

•19. September 2010 • Schreibe einen Kommentar

Habe mir alte Fotos angeschaut, manche sogar noch aus den Siebzigern von Mama :) Da kommt man schon ins Träumen. Ich war ein süßes Kind. Und Mama erst! Sie war wunderschön bei ihrer ersten Hochzeit. Ich habe leider keine gefunden von der Hochzeit mit Papa. Die Fotos würden mir mehr bedeuten, glaube ich. Dann waren noch ein paar dabei, von dem Italienurlaub, von den Treffen mit der Krabbelgruppe, von meinem Nachbarn und meinem damaligen besten Freund.
Mit allen habe ich kein Kontakt mehr.

Ich habe gedacht: Wenn Mama und Papa sich nicht getrennt hätten, wäre vielleicht alles besser. Ich habe ziemlich zugenommen, meine Reaktion auf die Scheidung. Vielleicht würde ich ja beliebter sein. Ich würde mir keine Sorgen um meinen Bruder machen. Ich würde nicht über das bessere Leben sinnieren. Vielleicht würde ich keine schlechten Gedanken haben.

Ich sage zwar zu mir: Komm, du hast wunderbare Freunde und hättest diesen besonderen Menschen nicht kennengelernt.
Aber mein Herz sagt: Du hättest Freunde, wahrscheinlich auch wunderbare, du würdest die anderen gar nicht kennen. Nicht darüber nachdenken. Ich würde auch ihn nicht kennen. Vielleicht hätte ich mich in einen ‚Normalen‘ verliebt. Vielleicht auch gar nicht. Vielleicht hätte ich andere Träume
und wäre eine ganz normale 14-Jährige.